Eine aktuelle Studie berichtet, dass Wechseljahresbeschwerden bei weiblichen Ausdauersportlerinnen weit verbreitet sind und viele dieser Frauen glauben, dass die Beschwerden ihr Training und ihre Leistung beeinträchtigen. Die Studie wurde in der Open-Access-Zeitschrift PLOS One von Heather Hamilton von der Old Dominion University, USA, zusammen mit ihren Kollegen veröffentlicht.
Sport kann Wechseljahresbeschwerden reduzieren
Regelmäßige körperliche Aktivität wird oft mit einer Verringerung der Wechseljahresbeschwerden in Verbindung gebracht, insbesondere jener, die Muskeln, Gelenke und die allgemeine Lebensqualität betreffen. Dadurch zeigen sich u.a. folgende Effekte:
- Hormonelle Regulation: Bewegung kann Schwankungen im Hormonhaushalt abmildern und so Beschwerden wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen reduzieren.
- Psychisches Wohlbefinden: Sport hilft nachweislich gegen Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen, die in den Wechseljahren häufiger auftreten können.
- Gewichts- und Stoffwechselkontrolle: Regelmäßige Aktivität unterstützt den Erhalt eines gesunden Körpergewichts und wirkt der altersbedingten Abnahme des Stoffwechsels entgegen.
- Knochengesundheit: Kraft- und Belastungstraining stärken die Knochen und senken das Risiko für Osteoporose.
- Herz-Kreislauf-Gesundheit: Bewegung reduziert kardiovaskuläre Risiken, die nach der Menopause ansteigen.
Gleichzeitig können die mit den Wechseljahren verbundenen Symptome Hindernisse für ein aktives Leben darstellen und einigen Frauen die Teilnahme an Sport und strukturiertem Training erschweren.
Bestimmte Symptome beeinträchtigten das Training und die Wettkämpfe häufiger als andere
Das Forschungsteam befragte 187 Läuferinnen, Radfahrerinnen, Schwimmerinnen und Triathletinnen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren. Alle Teilnehmerinnen waren sehr aktiv und trainierten mindestens drei Tage pro Woche für insgesamt mindestens drei Stunden pro Woche. Die Frauen füllten den Menopausal Rating Scale (MRS) aus, ein validiertes Instrument zur Bewertung von Wechseljahrsbeschwerden, und beschrieben auch, wie diese Beschwerden ihre Trainingsroutinen und sportlichen Leistungen beeinflussten.
Die Umfrageergebnisse zeigten, dass Wechseljahrsbeschwerden in dieser Sportlergruppe weit verbreitet waren. 88 % der Teilnehmerinnen gaben Schlafprobleme an, gefolgt von körperlicher und geistiger Erschöpfung mit 83 %. Weitere häufig berichtete Symptome waren sexuelle Probleme (74 %), Angstzustände (72 %), Reizbarkeit (68 %), depressive Verstimmungen (67 %), Gewichtszunahme (67 %), Hitzewallungen (65 %) sowie Gelenk- und Muskelbeschwerden (63 %). Bestimmte Symptome beeinträchtigten das Training und die Wettkämpfe häufiger als andere. Gelenk- und Muskelbeschwerden, Gewichtszunahme, Schlafstörungen sowie körperliche und geistige Erschöpfung wurden am häufigsten mit negativen Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit in Verbindung gebracht.
Von den Frauen, die unter Gelenk– oder Muskelbeschwerden litten, gaben 97 % an, dass sich diese negativ auf ihr Training auswirkten, und 91 % berichteten von negativen Auswirkungen auf ihre Leistungsfähigkeit. Insgesamt gaben Athletinnen mit schwereren Symptomen häufiger größere Herausforderungen an, wobei etwa ein Drittel angab, dass die Menopause moderate oder starke negative Folgen für das Training habe, und etwa ein Viertel negative Auswirkungen auf die Leistung berichtete.
Weiterhin körperlich aktiv bleiben
Die Autoren weisen darauf hin, dass das Querschnittsdesign der Studie und das Fehlen detaillierter demografischer Informationen die Anwendbarkeit der Ergebnisse auf andere Bevölkerungsgruppen einschränken. Dennoch kommen sie zu dem Schluss, dass Wechseljahresbeschwerden bei weiblichen Ausdauersportlerinnen sehr häufig auftreten, und dass die Schwere der Symptome mit der in der Allgemeinbevölkerung vergleichbar ist. Trotz hoher körperlicher Aktivität betonen die Forscher, dass Gesundheitsdienstleister sich mit Wechseljahresbeschwerden befassen sollten, um Frauen dabei zu helfen, weiterhin körperlich aktiv zu bleiben. Die Autoren fügen hinzu: „Wir hoffen, dass diese Arbeit die Aufmerksamkeit auf eine wachsende, aber noch wenig erforschte Bevölkerungsgruppe lenkt, die sich nach Anleitung sehnt, wie sie den Übergang in die Wechseljahre bewältigen und gleichzeitig weiterhin Sport treiben und sich körperlich betätigen kann.“

